In memoriam


Hier ehren wir Verstorbene, welche die Philosophie der Internationalen Paul Preuss-Gesellschaft verkörperten.


Paul Preuss

1886–1913


Zur Erinnerung an den Begründer des Freikletterns wurde 100 Jahre nach dem Tod von Paul Preuss im Jahr 2013 ein Denkmal am Ufer des Altausseer Sees errichtet. Auf der Tafel des Denkmals stehen folgende Zeilen geschrieben:

Paul Preuss hat die Geschichte des Alpinismus entscheidend geprägt. Mit dem Eintreten für einen reinen Kletterstil ohne Hilfsmittel wurde er zum Vordenker des Freikletterns. Seine Ideen, Schriften und Aussagen zum Alpinismus – im Satz „Das Können ist des Dürfens Maß“ zusammengefasst – gelten heute noch.
Preuss – am 19. August 1886 in Altaussee geboren – absolvierte in den Alpen mehr als 1200 Fels-, Eis- und Skitouren, davon 150 Erst- und 300 Alleinbegehungen.
Seine kühnste Tour ist die Erstbegehung der Ostwand der Guglia di Brenta. An Preuss erinnern noch der „Preuss-Riss“ an der Kleinsten Zinne, der
Preuss-Quergang“ an der Nordwestkante des Ödsteins im Gesäuse und die Preuss-Hütte in den Dolomiten.
Paul Preuss stürzte im Oktober 1913 bei einem Alleingang am Mandlkogel im Gosaukamm in den Tod.

 


Albert Precht

Jahrgang 1947 | † 2015


Ehemaliger Berg- und Schiführer, gelernter Tischler und einer der weltbesten Kletterer mit über 1000 Erstbegehungen in den Alpen, in Norwegen, Jordanien und Oman.

Er war Expeditionsteilnehmer im Himalaya und Autor mehrerer Bücher.

Er wurde 2015 der dritte Paul-Preuss-Preisträger und damit Ehrenmitglied der IPPG.

Herkunft: Bischofshofen / Österreich


Am 8. Mai 2015 ist Albert Precht beim Klettern auf Kreta tödlich abgestürzt. Er wird seinen Freunden und der Paul-Preuss-Gesellschaft nicht nur als großartiger Kletterer, sondern auch als liebenswerter Mensch in Erinnerung bleiben.


Hansjörg Auer

Jahrgang 1984 | † 2019


Ein österreichischer Kletterer und Bergsteiger. Er sorgte insbesondere durch die Free-Solo-Begehung der Route „Weg durch den Fisch“ (Schwierigkeitsgrad IX-) an der Marmolata-Südwand in den Dolomiten für Aufsehen.

Für die 2013 erfolgte Erstbesteigung des Ostgipfels des Kunyang Chhishs über die Südwestwand wurde seine Dreierseilschaft für den Piolet d’Or 2014 nominiert. Bei der Preisverleihung vor Ort in Chamonix wurde ihnen jedoch kein Preis verliehen. Im Nachgang erhielt die Seilschaft nach Aussage Auers einen Anruf, dass ihnen im kleineren Rahmen doch der Piolet d’Or verliehen werden sollte, was sie unmittelbar ablehnten, wie auch das Angebot, in der Jury für die Preisvergabe 2016 mitzuwirken. Die Ablehnung begründete Auer mit der Beliebigkeit der Preisverleihung und der häufig unter Alpinisten vertretenen Meinung, unter den alpinen Spitzenleistungen nicht zwischen preiswürdigen und nicht preiswürdigen Leistungen differenzieren zu können.[

Auer wurde 2016 mit dem Paul-Preuss-Preis ausgezeichnet und Ehrenmitglied der Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft.